top of page
foreverfaster puma.JPG

Der Ökologistiker

Wie Puma und BLG Logistics ein neues Energiezeitalter einläuten

In Geiselwind steht das Lager der Zukunft. Für den Sportartikelhersteller Puma hat BLG Logistics hier ein Distributionslager errichtet, das zu den nachhaltigsten Europas zählt. Sein Geheimnis: ein hochintegriertes Energiekonzept.

Er nennt sie „die Brücke“. Hier, von der Aussichtsplattform in 32 Metern Höhe, kann Adrian Kellermann sein gesamtes Lager überblicken. Der 45-jährige Logistikmanager von BLG Logistics schaut stolz auf die dutzenden Stapler und Hubwagen, die geschäftig durch die Gänge fahren. Leise surren sie vor sich hin, angetrieben von extrem effizienter Batterietechnik. Doch die ist nur der Anfang.


„Wir wollten mit dem Puma-Center das scheinbar Unmögliche schaffen“, sagt Kellermann. „Eine Intralogistik, die voll auf Effizienz getrimmt ist, die in jeder Situation reibungslos läuft. Und die gleichzeitig so ressourcenschonend und nachhaltig wie möglich arbeitet.“
 

Performance trifft Nachhaltigkeit

BLG Logistics ist mit dem neuen Lagerkonzept einem Trend voraus, der unaufhaltbar ist: Die Energiepreise sind hoch. Die Versorgungssicherheit bleibt unklar. Die Umweltvorgaben werden immer schärfer.

„Wir wollen bis 2035 klimaneutral sein“, so BLG-Geschäftsführer Frank Dreeke. „Neue Standorte versorgen wir vollständig mit erneuerbaren Energien. Und wo es nur geht, setzen wir auf Technologien, die den Energiebedarf senken.“ 

 

Adrian Kellermanns Job ist es, trotz dieser klaren Nachhaltigkeitslinie die Performanz im Lager sogar noch zu steigern. Den Anspruch erkennen Besucher schon von außen: „Forever Faster“ steht in großen Lettern auf der Fassade des neuen Lagers in Bayern. Es ist der Slogan von Puma, doch er könnte genauso gut das Mantra von BLG Logistics sein.

Verlässlichkeit ist nicht verhandelbar

Zur Einordnung: 4,3 Milliarden Euro hat Puma allein 2022 umgesetzt. Das sind eine Menge Schuhe, Trikots und Sweater. Und da jede Bestellung aus Europa in Geiselwind landet, herrscht hier im ganzen Jahr Hochbetrieb. Richtig fordernd wird es bei sportlichen Megaevents wie der Olympiade oder der Fußball-Weltmeisterschaft. „Da läuft hier alles auf Highspeed, und zwar non-stop“, sagt Kellermann. Als Hauptverantwortlicher für das Logistikcenter muss er selbst enorme Spitzen in der Auftragslage bewältigen können. Eine große Aufgabe, bei 700.000 Lagerplätzen, 480 Shuttles und einer Flotte von 60 Staplern. Ausfälle sind da nicht vorgesehen.

 

Den Rückhalt aus der Chefetage hatte Kellermann. Es fehlte nur noch ein Partner, der ihm bei der Umsetzung seiner Vision helfen würde.

stapler close up.JPG

Beraten in jedem Schritt

In der Planungsphase für den neuen Standort sprach Kellermann mit allen namhaften Anbietern für Intralogistik. Nur einer konnte neben einzelnen Technologien auch eine umfassende Energieberatung liefern – und das Gesamtsystem für ein integriertes Energiemanagement.

 

„Als wir das Lagerhaus geplant haben, waren von Anfang an die Energy Consultants von Jungheinrich mit dabei“, sagt Kellermann. Sie begleiten den Prozess bis zur Lagereröffnung und optimieren auf Wunsch auch im laufenden Betrieb. Für BLG Logistics entwickelten die Experten individuelle Energie- und Ladekonzepte und rechneten vor, welche Effizienzgewinne jeweils zu erwarten seien. Das wirkte sich sogar auf das Layout der Hallen aus. Die Ladesysteme für Stapler sind nun so verortet, dass sie von jeder Stelle aus schnell erreicht werden können.

Durchgängig elektrisch, dynamisch geregelt

Sämtliche Flurfahrzeuge werden von der neuesten Generation der Lithium-Ionen-Technologie angetrieben. „Das Verbrenner-Aus haben wir längst umgesetzt“, lacht Kellermann. Im Vergleich zu älteren Akkutechnologien spart das Unternehmen 20 Prozent Strom.

Adrian-min.png

„Das Verbrenner-Aus

haben wir längst umgesetzt.“

Das größte Potenzial aber erschließt das Lastmanagement-System. „Wir überwachen permanent den Ladezustand aller Fahrzeuge“, sagt Kellermann und zeigt auf seinen Monitor. Dashboards veranschaulichen den aktuellen Stand. Wann es zum Aufladen geht, entscheidet die Software im Normalfall selbst: Sie kennt die voraussichtliche Auslastung der nächsten Stunden und Tage und sorgt dafür, dass jederzeit ausreichend Transportgeräte bereitstehen. Geladen wird vorranging dann, wenn der Strom gerade günstig ist – und sonst nur so viel, wie nötig. Natürlich kann Kellermann jederzeit eingreifen und die Parameter ändern.

 

Eine autarke Zukunft

Adrian Kellermann könnte noch viel mehr erzählen, seine Energie ist ansteckend. Aber jetzt – hier auf seiner Brücke – kommt er zur Ruhe. Wer seinen Blicken folgt, merkt noch etwas: Der Logistikchef schaut nicht nur auf die Gegenwart, sondern malt sich in Gedanken schon die Zukunft aus. Eine Zukunft, in der er sein Lager energieautark versorgen kann. Den Solarstrom produziert das Gebäude dann selbst, speist überschüssige Kapazitäten in überall verteilte Speicher ein.

 

„Ich weiß noch nicht genau, wann es los geht“, sagt Kellermann schließlich. „Aber ich weiß, wer mich begleiten wird.“

bottom of page